Wie die Idee eines Mitarbeiters die Druckweiterverarbeitung erleichtert

Im Sekundentakt fördert das Band in der Halle der Druckweiterverarbeitung Werbeprospekte an Reben Stier vorbei. Sie werden von der Maschine auf einer Rolle gesammelt und gelagert. Später geht es auf umgekehrtem Weg wieder durch die Maschine: von der Rolle werden die Produkte abgewickelt und ins fertige eingelegt. Alles vollautomatisch. Neben der Maschine stehen zwei Stühle – gebraucht werden sie nicht mehr.

Dank Mitarbeiter Reben Stier. Ihn hat es gestört, dass beim Abwickeln häufig Produkte aussortiert werden mussten. „Ich konnte das nicht länger mitansehen“, sagt er. Durch die kurze Lagerzeit wird die Farbe nicht komplett vom Papier aufgesaugt. Das Resultat: Die Produkte klebten zusammen, wurden von den Maschinen falsch gefaltet und flogen dann irgendwo in der Halle aus den Transportwegen an der Decke. Die Lösung, die er für das Problem fand, klingt erstaunlich einfach. Durch ein eingebautes Ventil wird beim Abwickeln Luft zwischen die einzelnen Exemplare gepustet – so entsteht ein Luftfilm, der das Verkleben der Seiten verhindert.

„Ich habe den Kollegen gesagt, dass ich mal etwas ausprobieren möchte. Das haben sie zum Glück akzeptiert“, sagt Reben Stier. Seine Tests filmte er mit dem Handy, um es den Kollegen zu zeigen. „Der Verbesserungsvorschlag erleichtert die Produktion“, freut sich auch Michael Bodammer, Abteilungsleitung der Druckweiterverarbeitung. Um das Geld, das er als Belohnung bekommen habe, sei es ihm nie gegangen. „Ich schraube einfach wahnsinnig gern herum.“ Und auch der nächste Verbesserungsvorschlag ist bereits in der Testphase.

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